Liebe Leserin, lieber Leser

Nur der Krieg kann gewonnen werden, der nicht geführt wird.

Ich unterstütze selbstverständlich die Frauen in der Ukraine, bitte helfen Sie auch.

Unterstützen Sie Frauen in den Kriegsgebieten
Bisher sind mehr als 3 Millionen Menschen aus der Ukraine vor dem Krieg geflüchtet. Bei einer Bevölkerung von mehr als 43 Millionen, ist die grosse Mehrheit zurückgeblieben. Viele verbleiben in den umkämpften Gebieten, so auch Frauen, die aus gesundheitlichen Gründen oder weil ihre Mobilität eingeschränkt ist, keine Wahl haben, als dort unter widrigsten Bedingungen auszuharren. Diese Frauen unterstützen wir mit unserem Nothilfefonds.

Die Gebiete, die bombardiert und beschossen werden, umfassen auch die Orte, wo wir 2021 FrauenFriedensTische mit unserer Partnerin KRF Public Alternative im Osten der Ukraine durchgeführt haben. Der Nothilfefonds unterstützt Frauen, die an den FriedensTischen teilgenommen haben, sowie ihre nächsten Kontaktpersonen.

Public Alternative ist mit Sitz in Charkiw in Städten und Ortschaften entlang der Kontaktlinie gut vernetzt. Freiwillige gehen durch die Nachbarschaften, um die Bedürfnisse der direkt Betroffenen einzuholen. Die Gelder aus dem Fonds werden für Dinge des Alltags verwendet: Nahrungsmittel, medizinische Dienstleistungen und Medikamente, Decken, Brennstoff, SIM-Karten etc., die ihnen die freiwilligen Helfer:innen kaufen und bringen. Sie ermöglichen den Frauen auch den lebenswichtigen Kontakt mit der Aussenwelt.

Wenn Sie den Fonds unterstützen möchten, zahlen Sie Ihre Spende bitte auf diese Konto-Nummer mit dem Vermerk «Ukraine» ein 

Postfinance
FriedensFrauen Weltweit
Kontonummer: 15-544781-1
Swift: POFICHBEXXX
IBAN: CH31 0900 0000 1554 4781 1

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: franziska.vogel@1000peacewomen.org.

A G E N D A


Donnerstag, 5. Mai 2022 I  20 Uhr

Frauenstammtisch Zürcher Unterland,
HertiLabor, Hertiweg 19, 8180 Büach

Ethisches Handeln im Alltag – Zürich, einmal anders

Monika Stocker erzählt Geschichte und Geschichten zum Nachdenken und zum Schmunzeln – und zeigt uns damit Zürich, einmal anders

-----------------------------------------
Mittwoch, 18. Mai 2022 I  14.30 – 16.00 Uhr
im Stadthaus Dietikon, Gemeinderatssaal

Seniorenrat Dietikon
Damit es reicht….. Die Armut im Alter

-----------------------------------------

Vorerst finden sie alle Monatsgeschichten im Archiv 2020 und 2021 auf der Website.

Ich hoffe, Sie bleiben Leser:in und gern erwarte ich auch Ihr Feedback.Herzlichst, Monika Stocker

"n i c h t    v e r s a n d t "

Liebe Berta von Suttner

Angenommen Sie hätten Gelegenheit, sich jetzt 2022 in irgendeiner der unzähligen Talk Shows zu stellen, um ihren Roman „Die Waffen nieder“  zu verteidigen – ich muss Sie warnen, zur Zeit hätten Sie null Chancen auch nur eingeladen zu werden, es sei denn, um Sie zu demontieren. Aber ich will mich mit Ihnen unterhalten, mindestens in dieser Briefform, also ein Schreiben, das nie versandt werden wird, wie seit Monaten so manche.

Ich habe schon vor Jahrzehnten Ihren Roman „Die Waffen nieder“ gelesen. Und auch wenn ich mich etwas mokiert habe über ihren sehr speziellen „altmodischen“ Stil und Ihre für mich damals sehr antiquierten Bilder von Männern und Frauen, der Roman hat mich beeindruckt, genauso wie Ihre Biografie und einige andere Schriften von Ihnen und über Sie.

Sie wagten es, zu formulieren, was immer wieder vergessen geht: Waffen und Krieg haben mit Tod zu tun, und alle Verbrämungen mit Begriffen wie Ehre, Vaterland, Freiheit und heute Demokratie und Menschenrechte sind untaugliche Werte, wenn sie denn mit Waffen durchgesetzt oder verteidigt werden sollten. Sie haben immer klar formuliert: Menschen sind vernunftbegabte Wesen und können und wie Sie schreiben  m ü s s e n  vernünftig handeln. Ach, liebe Berta, ich nenne Dich jetzt mit schwesterlichen du, du hast etwas übersehen! Vernunft ist untauglich, wenn es um Waffen und Krieg geht. Dann geht es nämlich um Emotionen, Leidenschaften, Besoffenheit.

Die Argumentation von Dir und Deinen schwesterlichen Nachfolgerinnen war eigentlich sehr vernünftig: Menschen müssen sich nicht umbringen, sie können reden, argumentieren, das Gemeinsame suchen und wenn es nur so Basics wären wie: Leben, Nahrung, ein Dach über dem Kopf. Immer wieder hast du das auf deinen zur damaliger Zeit schwierigen und mühsamen Vortragsreisen vor vollen Sälen verteidigt. Du hast argumentiert und Nutzen und Gewinn eines vernünftigen Zusammenlebens auf dieser Welt herausgearbeitet. Es war logisch, klug und eben vernünftig. Nur: Man(n) und ich muss dieses man wirklich mit zwei N schreiben, wollte das nicht hören, machte dich und die Botschaft lächerlich, buhte dich aus, vor allem dort, wo es eben keine reine Frauenzusammenkünfte waren. Wenn du aber „nur“ vor Frauen gesprochen hast, wurde zugehört und – das war eben auch für die Patriarchen jener Zeit das beängstigende – du nahmst die Frauen ernst und ermutigste sie, sich selber auch ernst zu nehmen, als Partnerinnen, Mütter und  - nach den Kriegen – immer wieder als Witwen und Trümmerfrauen. Und du wagtest schon damals die Verknüpfung von Unterwerfung von Ländern, Gebieten mit der Unterwerfung und Unterdrückung der Frauen, was sich ja bis heute in der systematischen Vergewaltigung von Frauen in Kriegen manifestiert. Die Parallelen von Pazifismus und Feminismus hast du also schon 120 Jahren skizziert. Die Frauenkonferenzen während und nach dem 1. Weltkrieg hatten dich als Zeugin angerufen, haben deine Worte nochmals gelesen und sie aktualisiert. Ohne Erfolg: der 1. Weltkrieg war nochmals mörderischer als die Kriege zuvor, wobei: jeder Vergleich ist falsch. Es gibt immer nur den aktuellen Krieg und das heisst Tod.

Was bis heute nicht ganz klar ist, mindestens nicht aus den veröffentlichten Schriften, ist deine Beziehung zu Alfred Nobel. Er kam aus einer andern Welt, einer andern Kultur und doch, ihr seid euch begegnet und habt ein gemeinsames Ideal debattiert, wenn auch mit ganz unterschiedlichen Argumenten. Nobel war überzeugt, je schrecklichere Waffen entwickelt werden, desto unmöglicher würde es, Kriege zu führen. Heute müssen wir ein wenig lächeln, bitter lächeln, denn daraus ist so gar nichts geworden. Tausende von Menschen auf der Welt forschen nach noch grausameren noch „effizienteren“ Massentod bringende Waffensysteme. Brain und Geld werden investiert – wie Dorothee Sölle es formulierte – in die Todsünde der heutigen Zeit.

Ich versuche mir vorzustellen, wie ihr beide gestritten und debattiert habt, leidenschaftlich¨. und – so sagt man – dabei seid ihr euch auch menschlich näher gekommen. Ich würde mich freuen, wenn dem so gewesen ist. Mehr muss nicht spekuliert werden, obwohl das natürlich damals und bis heute immer wieder der Fall ist. Der Friedenspreis von Nobel und dass Du ihn als erste Frau bekommen hast, hat natürlich unendliche Diffamierungen hervorgebracht. Ich hoffe, sie haben Dich nicht zu sehr verletzt.

Du hast Recht bekommen, obwohl du das gar nicht so wolltest. Nobel hat sich ja auch total geirrt. Die „Abschreckung“, an die im letzten Jahrhundert, nach dem 2. Weltkrieg mit seinen Abermillionen von Toten, geglaubt wurde, hat sich in alle Winde zerstreut. Wir führen alle Arten von Kriegen, Guerillakriege, Wirtschaftskriege, Kriege mit sogenannte konventionellen Waffen (was zum Teufel ist da Konvention?!) und immer wieder zeuseln die Herren dieser Welt mit Nuklearen Waffen, sei es der Diktator in Nord Korea, sei es im Nahen Osten, sei es beim aktuellen Krieg in der Ukraine. Je mehr gedroht wird - das weiss jede Mutter und jeder Vater, die ihre Kinder zwischen Gefahren und Anpassung hindurchbegleiten - desto weniger wirkt die Drohung. Aber die Grossen dieser Welt begleitet niemand, die Militärsysteme werden immer mehr zu Selbstläufern!

Wir waren in der Friedensbewegung und Friedensicherheit einmal ein Stück weiter gekommen. Es gab einen doch mehrheitsfähigen Konsens, dass es nur eine gemeinsame Sicherheit gibt oder keine. Man forderte Abrüstung, weil die Systeme schlicht einfach auch zu teuer wurden und so ganz andere Dringlichkeiten Priorität haben müssten: den Hunger, die Armut bekämpfen, Tiere und Natur schützen… und heute wissen wir alle, die Menschen beuten sich gegenseitig aus, insbesondere die reichen die armen Länder und zwar bis zum kollektiven Suizid. Die Klimakatastrophe ist nun wirklich ein Szenario, das man nicht mit Waffensystemen „gewinnen“ kann. Aber eben, wenn alle wieder besoffen sind von Krieg, von Sieg und Eroberung hat gar nichts anderes mehr Platz.

Liebe Berta, Du hast viel ausgelöst, in Bewegung gebracht, in die Frauenbewegung, in die Friedensbewegung. Du bist nicht vergessen, aber das tröstet dich keine Sekunde. Es ging dir nie um dich als Person, denn deine Herkunft aus dem Adel hätte dir ja eine ganz andere Biographie ermöglicht, eine bequeme. Du hast wie viele Frauen einen andern Weg gewählt. Wenn wir heute oft resigniert sind und verzweifeln, dann können wir uns erinnern: was wäre, wenn es nicht in allen Jahrhunderten, in allen neueren Jahrzehnten Tausende von Frauen gegeben hätte, die den Krieg einfach verweigerten, die Frieden im vollen Gehalt des Worten realisierten, wo und wie sie es konnten. Du weisst vielleicht, dass wir 2005, auch in Erinnerung an Dich und den 1. Friedensnobelpreis für eine Frau, gleich 1000 Frauen für den Nobelpreis nominiert haben, aus allen Kontinenten, aus allen Lebenszusammenhängen, eine Fülle von Mut und Widerstand, von Hoffnung und Stärke. Die Dokumentation dieser Biografien ist ein Widerstandsbuch, an das ich mich auch heute halte. Ich weiss, wir sind viele und dieses Netz: peacewomen across the globe PWAG ist Realität.

Liebe Berta, wärest du hier, wir müssten einander ganz fest umarmen, wohl auch weinen über den ganzen Irrsinn der Welt und dann aber wieder „tun, was zu tun ist – die Alltagsarbeit der Frauen.

Brief an meine ungeborenen Urenkel

Was ihr wohl im Jahre 2050 über uns denken werdet?
Über unser Verhalten in der Pandemie?

Erschienen im Magazin vom Tagesanzeiger.
Hier der ganze Artikel vom 9. Oktober 2021

Die Cahiers 4 und 5 sind da

Corona bedingt ist die Lancierung von Cahier 4 zurückgestellt worden. Jetzt ist es da:
Mona Lisa zeigt die Zähne und andere Ungeheuerlichkeiten
Kurzgeschichten zum Schmunzeln und sich Wundern

Cahier 5 ist das letzte in dieser Reihe
Ich wundere mich und lerne/ Briefwechsel gegen den Ermüdungsbruch

Besinnliche Texte zur Zeit

Bis Ende März 2022 sind die Cahiers je zu Fr. 15.- resp. beide neuen zusammen zu Fr. 25.- zu beziehen.

Bestellen bitte per Mail: monika.stocker@datacomm.ch

Wenn Sie eine Lesung oder ein Referat planen, zu dem Sie mich einladen möchten, bin ich für sehr frühzeitige Terminsuche dankbar: Kontakt per Mail

Bücherverkauf

MITTENDRIN

Fünf Jahrzehnte Sozialarbeit 1968-2018,
ein Lesebuch mit Geschichte und Geschichten
Atelier Monika Stocker, 220 Seiten, Hardcover
bestellen
Alles hat seine Zeit

ein Lesebuch zur Hochaltrigkeit
tvz Theologischer Verlag Zürich, 2015, 128 Seiten, Paperback mit zahlreichen schwarz-weissen und farbigen Illustrationen
bestellen
© Copyright Monika Stocker